Die Goldenen Zwanziger beginnen turbulent

Es wird ein fantastisches Jahr 2020. Die Goldenen Zwanziger sind in aller Munde. Ich lausche den Weissagungen verschiedener Mystikerinnen alten Wissens und bin voller Zuversicht. Mit großer Vorfreude, Tatkraft und viel Mut begrüße ich nach den Rauhnächten das neue Jahr. Corona hatte Anderes mit uns vor. Es war ein Jahr mit emotionalen Momenten und tiefen Lernprozessen. Davon möchte ich in meinem Jahresrückblick 2020 erzählen.

Und am Ende wird alles gut? Ja, denn das Leben selbst ist wie die Natur –  Werden, Vergehen und wieder Werden… Ich selbst gehe mit einer frohen Botschaft aus diesem Jahr – ich werde Oma. Da macht mich überglücklich und lässt mich Frieden schließen mit diesem besonderen Jahr.

Mit dieser Collage entwickelte ich mein Motto 2020: Folge deinen Impulsen, achte deine Bedürfnisse und spüre deinen Atem

Im Wechselbad der Gefühle: Mein Corona-Jahr mit froher Botschaft am Ende 2020

Veranstaltungen wurden abgesagt, Termine verschoben, Aufträge storniert – so sah das bei mir aus. Von einem Tag auf den anderen hatte ich keine Arbeit und damit keinen Verdienst mehr. Bereits im März verstarb in Frankreich der erste Infizierte an Corona. Bald folgten in Deutschland erste Hygienemaßnahmen und strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen.

Erster Lockdown: die Natur kennt kein Corona

Zu Anfang sah ich zuversichtlich in die Zukunft, freute mich, dass sich die Natur ihren Raum nimmt, mein Alltag sich entspannte und ich all die Dinge tun konnte, die schon lange auf meiner Liste standen. Drei Monate, dachte ich, das halte ich durch. Ich kümmerte mich um meine Gesundheit, absolvierte meine Kräftigungs- und Dehnübungen auf der Matte im Wohnzimmer, verfeinerte meine morgendliche Meditationspraxis, ging täglich spazieren, experimentierte mit Kochrezepten und machte mich entspannt an den Frühjahrsputz. Jedes Wochenende erkundeten mein Lebensgefährte und ich mit dem Rad die Münsterländer Parklandschaft. Allein im April brachten wir rund 500 Kilometer auf´s Tacho.

Der Frühlin in diesem Jahr ein Traum!

Jedes Wochenende eine Tour

Die Natur kennt kein Corona

In diesem Jahr habe ich auch mein erstes Mandal kreiert, am Strand von Amrum.

Amrum – meine Lieblingsinsel

Als dann abzusehen war, dass nach drei Monaten noch nicht alles vorbei war, jeder Schrank und jedes Fenster sauber waren und ich alle To-Do`s abgearbeitet hatte, wurde ich nervös. Frust, Widerstand und vorschnelles Handeln lösten sich ab. Ich gebe zu, ich wollte mein altes Leben zurück, wollte von Corona nichts mehr wissen und weigerte mich Nachrichten zu schauen. Meine Tiefenentspannung war endgültig vorbei – es schien keine Abkürzung zu geben, auch ich musste mich dieser Situation stellen.

Duschen wird überbewertet: Urlaub mit Wohnmobil in Deutschland im Corona-Sommer

Den Sommer habe auch ich genossen, frei von Sorgen und Nöten, Corona war aus meinen Gedanken gelöscht. Mit meinem Liebsten fuhr ich mit dem Wohnmobil durch den Osten Deutschlands. Campingplätze und touristische Hotspots waren überfüllt und in Mecklenburg-Vorpommern mussten wir eine Reservierung vorzeigen, um zu belegen, dass wir keine Tagestouristen waren. Nicht selten bekamen wir erst gar keinen Stellplatz, so teilten wir uns manches Mal mit anderen Womos die eher unerlaubten Plätze. Eine gute Auswahl an Plätzen hält die App park4night bereit, kann ich sehr empfehlen. Die Ordnungshüter drücken alle Augen zu, zu unserem Glück, denn oft waren es die besten Standorte.

Im Sommer probierten wir Urlaub mit Wohnmobil aus und verbrachten schöne Zeiten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern

Es war traumhaft. Einsame Naturplätze und weite Landschaften, unzählige Seen mit klarem Wasser, abwechslungsreiche Spritztouren bei hochsommerlichen Temperaturen mit einer Prise Wind. Ich bin in meinem Leben noch nie so oft und lang in freien Gewässern gewesen wie in diesem Sommer. Wo immer du Lust hast in einen See zu springen und eine kleine Abkühlung zu genießen, führt es dich an kleine beschauliche Badestellen, teils ohne eine andere Menschenseele. Nicht mal die Dusche fehlt mir – eine typische Eigenart des Wildcampens.

Neben Ausflügen in die Natur. Hier das Schloss Schwerin im Hintergrund

Die Sonnenuntergänge am Stechlinsee waren atemberaubend. Ursprünglich wollten wir nur eine Nacht bleiben. Es war soooo schön. Der Stechlinsee ist der sauberste See Brandenburgs

Ich liebe den Dezember auch im harten Winter-Shutdown

Aktuell befinden wir uns im Shutdown, zunächst bis zum 10.1.2021 mit harten Kontaktbeschränkungen; nur die Geschäfte, die den täglichen Bedarf decken, haben geöffnet. In den Nachrichten sah ich Horden von Menschenansammlungen, die noch schnell ihre letzten Weihnachtsgeschenke in der Stadt kauften. Ich bin darüber sprachlos. Was treibt die Menschen an, die um jeden Preis ihr Weihnachten feiern möchten im friedlichen Kreis ihrer Liebsten, mit Weihnachtsgans und Kerzenschein – so wie sie es immer gemacht haben. Des Deutschen liebstes Kind ist nicht das Auto, sondern ihr heiliges Weihnachten. Auch in unserem Wohnzimmer macht die Diskussion nicht halt. Wann, mit wem und wie lange sich wer treffen kann, das ist die alles entscheidende Frage. Und statt den Liebsten selbst abzusagen aus Sorge vor Ansteckung, verweisen auch wir auf die Verordnungen des Bundes und der Länder. Zu lange hat uns die Regierung die Eigenverantwortung abgesprochen.

Ich schreibe an meinem #Jahresrückblog inspiriert von Judith Peters von @sympatexter. Ich weiß nicht genau, wie ich auf ihre Einladung gestoßen bin, jedenfalls war das im Dezember genau das Richtige für mich. Ich liebe den Dezember. Jedes Jahr nehme ich Akten, Ordner und Ablagen in die Hand, sortiere aus, werfe weg und freue mich über den gewonnenen Platz. Weiter geht es dann mit der digitalen Entrümpelung. Und dann ist endlich Zeit für den inneren Rückblick. Was waren meine Werte und Ziele, welche guten Gewohnheiten habe ich integriert und welche Ziele habe ich erreicht. In diesem Jahr bin ich sehr dankbar, dass ich das in einer Gruppe mit anderen Bloggern und der Expertise von Judith tun darf.

Vor allem lernte ich in diesem Jahr mit dem Nicht-Wissen zu sein und die Dinge im Jetzt anzunehmen, wie sie sind.

Schiet wat up Corona – ik wiär Oma: Mit einer frohen Botschaft schließe ich 2020 ab

Aber das absolut Allerbeste an diesem Jahr mit Corona ist die Nachricht, dass ich Oma werde. Meine einzige Tochter bekommt im Sommer 2021 ihr erstes Kind. Vor einem Jahr ist sie ganz allein in Berlin neu angefangen und nun ist sie bald zu Fünft: Freund, Tochter und Hund des Freundes und ein kleines Baby. Ich bin überglücklich. Das ist die wirklich frohe Botschaft am Ende diesen wirren und verrückten Jahres. Durch Corona verzeichnen die Praxen im ganzen Land mehr Schwangerschaften. Was ist ein wertvolleres Zeichen des zyklischen Wandels als das neues Leben entsteht?

Vor einem Jahr fing meine Tochter Marie in Berlin neu an – privat und beruflich. In den ersten Tagen habe ich sie mütterlich begleitet.

Im Sommer hab ich Marie nochmal besucht. Frech schaut sie aus, oder?

Und hier, ganz meine Liebste. Zart, zerbrechlich und schön!

Alles Neue macht Corona? Webseite, Blogbeiträge und ein neues Angebot für Frauen entwickelt

Trotz Corona mit ausbleibenden Umsätzen, abgesagten Seminaren und ungewisser Zukunft entschied ich während des ersten Lockdowns meine Webseite zu erneuern. Außerdem meldete mich zu einer weiteren Fortbildung zum Thema „Female Leadership“ an und für die Onlinemeetings investierte ich in Kamera, Mikro und Stativ. Ich wollte etwas tun, die Zeit nicht einfach an mir vorbeiziehen lassen und so brachte ich Neues in mein Business und in mein Leben.

Auf der Webseite zeige ich mich mit meiner neuen Seite in mir

Corona schenkte mir vor allem eines: ZEIT. Gemeinsam mit einer guten Freundin, Elke Strachalla von strachalla kommunikationsdesign, die seit vielen Jahren meine Grafikerin bei Kundenprojekten und eigenen Bedarfen ist, entwickelte ich eine neue Webseite. Elke fügte Bild, Text und Struktur in ein wunderbares Design, auf das mich viele Menschen positiv ansprachen. Die neuen Profilfotos machte Christa Henke von Christa Henke Fotodesign, mit der mich ebenfalls eine langjährige Zusammenarbeit verbindet und die ich häufig weiterempfehle.

Die Webseite hat mit „Zukunft ist weiblich“ einen neuen Menüpunkt und spricht gezielt Frauen an.  Insbesondere das Thema weibliche Werte und Spiritualität kommen darin stärker zu Geltung. Damit zeige ich mich selbst den Kunden nicht nur mit meiner fachlichen Expertise PR, Text und Coaching, sondern ebenso mit meiner neuen Seite der weiblichen Spiritualität.

Sehr häufig habe ich meinen Tempel auf dem Wohnzimmerteppich und nahm online an der Meditation teil

Mit den Blogbeiträgen (wieder-) entdeckte ich das Schreiben

Was zunächst zögernd begann, war mein Blog auf meiner Webseite; erstmals wollte ich mehr Inhalte zu verschiedenen Themen platzieren. Zum Ende des Jahres sind es zumindest zwölft Beiträge; sie richten sich an meine Zielgruppe: Führungskräfte, soziale Einrichtungen und Frauen, die mehr in die Selbstermächtigung gehen möchten. Es geht um Veränderung, Kommunikation, Gefühle, Selbstführung, Werte u.a.

Im Herbst eröffnete ich zudem einen persönlichen Blog auf Facebook zum Thema „Zukunft ist weiblich“. Der Blog steht für ein Mehr an weiblichen Qualitäten in Wirtschaft und Gesellschaft, die wir dringend in diesen Zeiten brauchen und die Zuversicht, dass die Zukunft weiblicher wird. Ich lade Frauen ein, ihre weibliche Seite wiederzuentdecken und ihren eigenen Weisheitsweg über die weibliche Spiritualität zu gehen. Gemeinsam mit anderen Frauen in Schwesternkreisen.

Lange hatte ich gezögert mit diesem neuen Thema öffentlich zu werden – Corona schenkte mir letztlich auch mehr MUT, dafür bin ich sehr dankbar!

Per Zoom meditieren? Was hat mich durch das Jahr getragen und wofür bin ich unendlich dankbar?

Online-Meditationen waren vor Corona unvorstellbar. Und doch waren es für mich die emotionalsten Momente in diesem Jahr. Tanzen, Singen, Rituale feiern, sich berühren und in nahen Kontakt gehen, das war in diesem Jahr sehr sehr selten möglich. Was blieb uns anderes übrig als uns online zu treffen. Und der Augenblick, wenn ich zum Abschluss der Treffen auf Galerieansicht klickte und in die Gesichter von 5, 20, 100 oder 200 Frauen schaute, ist kaum zu beschreiben. Während im Hintergrund Shekiina das Lied Devine Soul sang, spiegelte sich in den Gesichtern der Schwestern ein bunter Gefühlsreigen heilsamer Energie wider. Diese Energie des Schwesternkreises trägt mich durch das Jahr, tröstet mich in unsicheren Zeiten, gibt mir Halt, wenn Selbstzweifel mich blockieren und erinnert mich wieder und wieder an meine tiefe Verbundenheit.

Noch während des ersten Lockdowns meldete ich mich erneut zur Female Leadership Fortbildung mit @simonerita.womenstempel an, die seit vielen Jahren Frauen auf ihrem weiblichen Weisheitsweg begleitet. SimoneRita Egger folgt dem Colloquium nach @chameliardagh, Gründerin Awakening Women. Chameli Ardagh hat bereits tausende Frauen weltweit verbunden und begleitet in der Verkörperung weiblicher Spiritualität.

„Wir sind eine von Frauen geführte Organisation die dem bedeutungsvollen Erwachen von Weisheit und Kraft dient, die entsteht, wenn Frauen sich in gemeinschaftlicher Hingabe zur Übungspraxis, Integrität und dem Dienen versammeln. Unsere Team Mitglieder arbeiten eigenständig an vielen verschiedenen Orten weltweit und gemeinsam erforschen wir ein Unternehmensmodell, das auf Leichtigkeit, Freiheit und der Achtung des zyklischen Charakters der Kreativität basiert. Unser Ziel ist es ein Leben ausgerichtet auf unsere wahren Werte von Integrität, Vertrauen, Großzügigkeit und ehrlicher, respektvoller Kommunikation zu führen. Und ja, wir haben ein Null-Stress-Prinzip.“ Auszug aus „Über uns“ auf der Webseite von Awakening Women.

Ein ganz besonderer Moment war der letzte Abend im 9-Monatsprogramm. Jede Frau konnte einen kleinen Beitrag vorstellen und mit ihrem Talenten den Honig fließen lassen – so nennen wir das, wenn wir uns zeigen, wie wir sind. Ich verarbeitet die intensive Zeit mit einem Kabarett-Stück. Es war das allerallererste Mal dass ich überhaupt so etwas gemacht habe. Ein kleines Video zeigt einen Ausschnitt – nicht immer ist alles zu verstehen, wohl aber, dass mein Bühnenprogramm super ankam bei den Frauen. Ich war unendlich aufgeregt und bin unsäglich stolz!

Videolink zu meinem Kabarett-Stück

Feel kiss flow – mit allen Gefühlen im Fluss sein

Ich suchte lange nach mehr Vertiefung und Verbindung in meinem Leben. Bereits 2010 sah ich einen Videobeitrag von Chameli Ardagh, in dem sie eine Körperübung anleitete: sie lud die Frauen ein, mehr Fühlen in den eigenen Körper zu bringen ohne darin verhaftet zu bleiben. Gefühle mit dem Atem von Innen küssen und sie dann weiterfließen lassen. So einfach, so gut! Es dauerte weitere neun Jahre, bis ich mich daran erinnerte und nach konkreten Angeboten suchte. Im letzten Jahr absolvierte ich das 9-Monats-Programm und das Tempeltraining, welches mir erlaubt, eigene Tempel anzubieten. Ein Ziel für das Jahr 2021. Das nächste Training findet im März 2021 statt.

Kurz vor dem 2. Lockdown konnte noch ein Tempel in Münster stattfinden; ich assistierte im SimoneRita-Team

Früchte, Samen und Blüten habe ich für den Tempel gesammelt. Unendlich verbunden mit der Natur fühle ich mich, dieses Jahr noch mehr

Der Kreis der Schwestern hat mich in diesem Jahr getragen.

Wo waren die Frauen mit ihren weiblichen Werten geblieben?

In diesem Jahr forschte ich weiter auf den Pfaden der weiblichen Spiritualität. Ich las unzählige Bücher, Texte und Studien und lauschte Videobotschaften von Mystikerinnen alten Wissens und feministischen Forscherinnen. Ich suchte in der Geschichte nach Spuren der Weiblichkeit und fragte mich mehr und mehr, wo sind die Frauen mit ihren weiblichen Werten eigentlich geblieben? Mich interessierte das Thema der Göttinnenmythologie, die alten Rituale vorchristlicher Zeit und die Frage, was genau ist Weiblichkeit. In meiner eigenen Meditationspraxis suchte ich in mir Antworten auf die Fragen, was ist wirklich wichtig und was will ich ins Leben bringen.

Meine Erkenntnisse inspirierten mich zu neuen Projekten: Ich zeigte mich mit dem Thema „Zukunft ist weiblich“ auf meinen Seiten und Profilen, entwickelte Seminarformate für weibliche Führungskräfte und experimentierte mit Körperübungen, spirituellen Impulsen und Meditationseinheiten auf Online-Plattformen sowie live in kleinen Schwesternkreisen.

Ich bin sehr froh, dass Corona mir Zeit und Muße bescherte, um einzutauchen in tiefe Themen und ich bin unendlich dankbar, mit so vielen Frauen weiter diesen Weisheitsweg zu erforschen.

Schreiben ist Atmen: Ich schrieb 2020 so viel als gäb´s kein Morgen mehr

Als Journalistin schreibe ich bereits seit 27 Jahren für meine Kunden und privat füllte ich immer schon meine Tagebücher mit kathartischen Prozessen. Aber für mich alleine schreiben, kreativ und aus Freude an der Schaffenskraft, danach sehnte ich mich zwar schon sehr lange, setzte es allerdings nicht um. Das änderte sich in diesem Jahr grundlegend. Ich vertiefte mich in etliche Bücher zum Thema Schreiben und bekam große Lust auf mehr. Besonders faszinierte mich Doris Dörrie mit „Leben Schreiben Atmen. Eine Einladung zum Schreiben.“

„Doris Dörrie zeigt, wie es geht, und erzählt mit Leidenschaft und Humor und großer Offenheit von Kindheitserinnerungen, fremden Orten, verlorengegangenen Gegenständen und Menschen, von Freundschaften und Obsessionen.“

Emotional unterstützte mich Liane Dirks mit ihrem Buch „Sich ins Leben schreiben. Der Weg zur Selbstentfaltung.“ Der wichtigste Schritt in diesem Prozess war für mich, dass ich mir selbst die Erlaubnis gebe zu schreiben. Das ließ mich mit dem Schreiben innerlich wachsen und zur kreativen Schöpferin meiner eigenen Werke werden. Fast 20.000 Worte sind entstanden. Ich spielte mit Worten, Erlebnissen, Erinnerungen und schrieb über Milchreis in Kindertagen, den geheimnisvollen Mann von Gegenüber, entwickelte Fantasiegeschichten, schrieb meiner kranken Hüfte einen Brief, philosophierte über meinen alten Schreibtisch und vieles andere.

Ich schreibe aktuell in zehn Schreibbücher und halte darin Konzepte, Ideen, Impulse, Projektverläufe und Wissenswertes fest. Außerdem füllte ich 2020 etwa 350 DIN-A5 Seiten mit Gedanken, Gefühlen, Eindrücken und Erlebnissen. Wenn ich meine journalistischen Texte dazurechne, könnte ich mit der Anzahl an Wörtern locker einen Roman füllen. Wer weiß, vielleicht ein Projekt für 2021?

Der Kunde mein König? Spannende Begegnungen und besondere Momente in 2020

Ob eine Kundenbeziehung positiv rund läuft, zeigt sich für mich nicht nur darin, dass der Auftrag zur Zufriedenheit erledigt und die Rechnung pünktlich beglichen wird. Als Soloselbständige ist mir das Miteinander sehr wertvoll. Eine kurze Antwort per Mail, Worte des Dankes, eine Rückmeldung zu Inhalten oder Angeboten, ein Plausch kurz vor Feierabend, ein Gruß zwischendurch, eine Einladung zum Tag der Offenen Tür oder ein konstruktives Feedback nach Seminaren. All das sind kleine Gesten der Wertschätzung, Ausdruck einer Partnerschaft auf Augenhöhe. Es ist eine Haltung, die vermuten lässt, dass auch die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesehen werden und wichtig sind und Mitarbeiterzufriedenheit nicht nur leere Worte eines Leitbildes sind. Auch wenn ich selbst nicht auf diese Art von Atmosphäre angewiesen bin, so erlebe ich es doch als essenziell; es macht mir viel Freude mit meiner Expertise Projekte zu bereichern, schenkt mir Anerkennung und ist eine wichtige Basis für die Kundenbindung. Meist ist das der Beginn für eine langjährige Zusammenarbeit.

In diesem Jahr erlebte ich Höhen und Tiefen in der Zusammenarbeit. Wenn alles wegbricht, Aufträge storniert und Umsätze ausbleiben, dann sind besondere Begegnungen und berührende Momente besonders wertvoll.

Humorvolle Ordensschwestern stellen sich notwendigen Veränderungen

Eine angenehme und inspirierende Zusammenarbeit erlebte ich 2020 mit einer Ordensgemeinschaft. Die Schwestern von der Göttlichen Vorsehung Deutsche Provinz blicken auf eine bewegte Geschichte von 175 Jahren zurück, als sie im Frühjahr 2020 in das neu errichtete Provinzhaus einziehen. In unmittelbarer Nachbarschaft mit Menschen aus dem Quartier war es ihnen wichtig, ihre Türen zu öffnen für Begegnung und Austausch und die Menschen einzuladen auf ein Gespräch, eine Tasse Kaffee oder in den Gottesdienst. Ich unterstützte die Schwestern mit einem Flyer, der auf ihr Angebot aufmerksam machen sollte. Die tollen Bildmotive fotografierte Carsten Strübbe von Hilbig I Strübbe Partner Büro für Design und Kommunikation; Carsten ist den Schwestern schon seit vielen Jahren treu verbunden. Seine Mitarbeiterin Anja Kauke führte Bilder und Texte in ein gelungenes Design und die Schwestern waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Die Schwestern erstellten einen Flyer, mit dem sie die Nachbarschaft herzlich willkommen heißen möchte. Durch Corona müssen die Begegnungen noch etwas warten, leider!

Ich erinnere mich gut an mein erstes Kennenlernen, das zwischen den Lockdowns stattfinden konnte. Ich war unsicher, weil ich mich mit meiner spirituellen Denkweise in einer anderen Richtung sah. Auch betrachte ich manch kirchliche Entscheidungen mitunter kritisch. Lässt sich das miteinander vereinbaren, bin ich die richtige für den Auftrag und kann ich die Sprache der Schwestern verstehen und transportieren? Es kam ganz anders. In gemeinsamer und gemütlicher Runde bei Kaffee und Keksen saß ich fünf Schwestern gegenüber. Wir tauschten Ideen aus, lachten über verrückte Einfälle und strukturierten das weitere Vorgehen. Und da war sie wieder, diese Haltung, die ich an meinen Kunden so liebe. Und nie war mir bewusst, dass wir Menschen verschieden glauben können, wenn wir uns der Liebe und der Achtung verpflichtet fühlen. Dann sind wir miteinander verbunden und einander nah. Dann ist alles möglich und dabei ist niemand allein. Und damit meine ich ganz und gar nicht, dass es nicht auch Konflikte gibt und geben darf. Nur mit der Offenheit für die Andersartigkeit bauen wir die Brücke zu guten Lösungen.

Der Fotograf Carsten Strübbe schafft es immer wieder die Schwestern natürlich in Szene zu setzen

Ich bin den Schwestern unendlich dankbar für diese besondere Zusammenarbeit. Die Einladung, ins Schwestern-Café zu kommen, habe ich bereits in der Tasche. Ich freue mich darauf!

Intrinsisch motivierte Menschen bereichern jedes Seminar!

Viele meiner Seminare konnten in den Herbst verlegt werden und mit der einen oder anderen Hilfe von Bund und Land kam ich einigermaßen über die Runden. Ein Seminar führte mich direkt mit der Nase auf meine Ziele für das Jahr 2021: Mehr Seminare auf dem freien Markt anbieten. Und das hat folgenden Grund: Viele meiner Angebote richten sich an Führungskräfte, die bestimmte Qualifizierungen erlangen müssen. Das bedeutet, dass die Teilnehmenden sich manchmal gestresst fühlen von den vielen Seminarterminen und außerdem nicht ganz „freiwillig“ in den Seminaren sitzen. Das macht es mir als Trainerin mitunter schwer.

Ganz anders dagegen erlebe ich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aus eigenem Antrieb und Interesse teilnehmen. Auch hier findet sich ein hoher Anspruch an Qualität. Allerdings ist es für mich weniger anstrengend, mit mehr Freude verbunden und ich selbst wiederum lerne sehr viel von den Teilnehmenden.

Dies erlebte ich in diesem Jahr mit meinem Seminar „Wandel beginnt innen“, das sich an Mitarbeitende und Führungskräfte aus dem Bistum Münster richtete. Auch in der kirchlichen Arbeitswelt weht der Wind des Wandels mitunter stürmisch. Mitarbeitende fühlen sich überfordert, haben teils Ängste, wissen nicht, wo sie ihren Platz nach der Veränderung finden werden. Und das ist vollkommen normal in Veränderungsprozessen. Es ist auch hier wieder die eigene Haltung. Die Haltung, die ausdrückt, ich stelle mich der Situation und gebe mein Bestes. Ich muss zugeben, dass es manchen Organisationen in ihrer traditionell hierarchisch strukturierten Kultur (noch) sehr schwer fällt, Mitarbeitenden mehr und mehr an Entscheidungen zu beteiligen und ihnen Gestaltungsfreiräume anzubieten. Doch dies ist ein anderes Thema.

Auf jeden Fall habe ich selten eine Gruppe von Teilnehmenden erlebt, die so voneinander profitiert und sich derart engagiert beteiligt hat. Um Verständnis ringen, Beispiele einbringen, Lösungen kreieren, eigenes Verhalten reflektieren, um Unterstützung bitten, Standpunkte kritisch beleuchten –  die Teilnehmenden waren am Ende der zwei Tage zwar erschöpft, aber dankbar und erfüllt mit Eindrücken. Es war ein lebendiger Austausch, ich bekam super Rückmeldungen und ich schwor mir, davon will ich mehr!

Einige Rückmeldungen:

  • Tolle Referentin, danke für die neuen Inhalte
  • sehr ruhige und besonnene Art und Sprache
  • Danke, für die wertschätzende und wohlwollende Sprache

Online ist nicht alles! Was war für mich in diesem Jahr herausfordernd

Gleich zu Anfang des Lockdowns schossen Onlineplattformen wie Pilze aus dem Boden. Ich wollte mithalten, besorgte mir Kamera, Stativ und Mikrofon, folgte Experten aus den sozialen Medien und nahm an unzähligen Webinaren zu diesem Thema teil. Zunächst war ich voller Tatendrang, doch nach und nach verließ mich der Mut. Ich war der Meinung, mich nun intensiv mit den neuen Formaten und Online-Marketingstrategien auseinandergesetzt zu haben, so dass ich sagen konnte, „das ist ja alles ganz gut und schön, aber für mich total unpassend, weil, weil, weil, …“ oder „ich brauche erst noch diese und jenes, eine richtige Beleuchtung, eine entspiegelte Brille, ein Greenscreen …“. Es dauerte noch etwas Zeit bis ich erkannte, ich war mitten im Widerstand eines ganz normalen Veränderungsprozesseses. So oft sehe ich dieses Aha-Erlebnis in den Augen meiner Teilnehmenden, wenn ihnen mit dem Phasenmodell der Veränderung ihren eigenen Widertand nur allzu deutlich vor Augen führe. In einem Blogbeitrag in zwei Teilen beschreibe ich die Veränderung mit Corona im Verlauf des Jahres und reflektiere meine eigenen Erfahrungen.

Während des Jahres schaute ich zwar weiter bewundernd den agilen, flexiblen und innovativen Kollegen zu, allerdings verunsicherte mich das mehr als dass es mich ermutigte. Einen sehr ermutigenden Austausch hatte im Herbst mit @katrinroentgen von Katrin Röntgen Coaching und Prozessbegleitung. Katrin hat sofort zu Anfang des Jahres die Initiative ergriffen und ihr Thema Achtsamkeit wunderbar von Präsenz auf Online übertragen. Nach eigener Aussage erwirtschaftete sie dank dieser Entscheidung den größten Umsatz überhaupt in ihrer Selbstständigkeit.

Meine Online-Initiative ist in diesem Jahr für mich anders gelaufen, als ich es mir gewünscht hätte. Auch mit etlichen ermutigenden Rückmeldungen habe ich diese Hürde nicht wirklich überwunden. Es fehlte mir der zündende Kick, der mich einfach anfangen ließ. Im kleinen Kreise habe ich mich erprobt, nun geht es darum dranzubleiben, mein Vorhaben nicht aufzugeben. Als Meilenstein betrachte ich die vielen kleinen Schritte: die neuen Angebote für Frauen, meine neue Webseite, die ich mit einem Blog ergänzte und meine gewachsene Präsenz in den sozialen Medien.

Ein liebevoller Brief an meine Hüfte: Gesundheit – ein wichtiges Gut nicht nur zu Corona-Zeiten

Das Jahr mit Corona erlaubte mir vor allem, mich um meine Gesundheit zu kümmern. Anfang Januar diagnostizierte mein Arzt Fructoseintoleranz. Neben dem Verzicht auf Süßigkeiten und Zucker, musste ich vor allem ohne Obst und gar manches Gemüse auskommen. Meinen ersten Apfel aß ich tatsächlich erst wieder im späten Herbst. Auf meinem Speiseplan stand vor allem grünes Gemüse, das ich teils gar in meinen Morgenbrei einarbeitete. Nach einer strengen achtwöchigen absoluten Karenzphase, schloss ich noch eine Heil- und Basenfastenkur an, nahm 5 kg ab und verabschiedete mich außerdem für eine Zeit von Gluten, Fleisch und Milchprodukten. Mein tägliches Essensprotokoll erinnerte mich an meine kleinen Sünden, die sich sofort mit Darmproblemen rächten. Ich las Expertentexte. Wichtige Erkenntnisse lieferte mir Giulia Enders mit ihrem Buch Darm mit Charme. Alles über ein unterschätztes Organ. Es machte mir bewusst wie intelligent und komplex unser Darm ist. Am Ende des Jahres habe ich es geschafft und bin nun ganz nebenbei auch Expertin für dieses Thema.

Weniger Erfolg hatte ich bei meinen Rücken- und Hüftbeschwerden. Ich litt an starken Schmerzen und schaffte kaum einen ausgedehnten Spaziergang, ohne dass ich danach wankte wie eine alte Frau. Dabei liebe ich das Wandern so sehr. In vielen Praxen saß ich mit Mund-Nasen-Schutz als Dauerpatient. Nach einem MRT debattierte ich mit dem Orthopäden eine mögliche Rücken-OP, was ich auf jeden Fall hinausschieben oder vermeiden wollte. Er meinte, Mindset sei das Problem; ich tue zwar alles Mögliche für meinen Rücken, hätte aber noch nicht entschieden, was ich bereit bin, aufzugeben. Das traf mich hart. Ich versuchte es konventionell, fand gute Unterstützung bei meinem Reha-Arzt und stieß zufällig auf eine Physiotherapeutin, die exakt wusste, welche Behandlung für mich die Richtige war. Das ganze Jahr über absolvierte ich meine Übungen. Jeden Tag 30 Minuten dehnen, kräftigen und Faszien rollen. Mein Fitnessstudio fiel unter die Verordnung und musste etliche Monate schließen, so blieb mir nur übrig, mich selbst um mich zu kümmern. Besonders liebte ich Ashtanga Yoga, dass ich von @tatiana.perlova lernte und meinem Rücken so wohltat. Tatiana hat eine spirituelle Ader und ist hat ausgesprochen viel Erfahrung als Trainerin. Mit Videos versuchte ich die Zeit zu überbrücken, oft kippte meine Yogapraxis allerdings von der Tagesliste.

Am Ende des Jahres habe ich verstanden, dass ich mein Wandern aufgeben muss und bin froh und dankbar, dass ich mit dem Radfahren einen kleinen Trost in meiner Mobilität finde. Tja, wir werden halt älter, die einen mehr die anderen weniger.

Resümee

Das Jahr war anders als erwartet. Corona bescherte mir ein Wechselbad an Gefühlen, ich machte mir finanziell Sorgen um mein Business, geriet manches Mal in Widerstand mit den uneinheitlichen Maßnahmen und litt darunter, dass meine Fortbildung real kaum stattfinden konnte. Und doch: Was bleibt am Ende, was ist wirklich wichtig? Das Leben ist und bleibt ein Auf und Ab, Situationen und Menschen kommen in unser Leben und gehen auch wieder. Ein stetiger Wandel. Jetzt, da ich diese letzten Zeilen schreibe, werde ich still. Es gibt gerade nichts mehr zu tun. Ich warte auf das Licht, dass in wenigen Tagen zur Wintersonnenwende wieder in unser Leben kommen wird. Und es beginnt der zyklische Kreislauf der Natur erneut – Frühling – Sommer – Herbst und Winter. Werden und Vergehen in allen Menschen, Wesen und Pflanzen.

Nach dem Tempel in Münster habe ich aus den Früchten, Samen und Blüten ein Mandala gezaubert, mein zweites überhaupt

Gesundheit, Familie, Freunde – diese Werte sind mir in diesem Jahr allzu deutlich geworden und dass ich selbst tue, was mir Freude macht und was zu mir passt.

Im nächsten Jahr werde ich dranbleiben an all den Themen, die mich auch in diesem Jahr beschäftigt und begleitet haben. Und nun kann ich alles aus diesem Jahr loslassen und mit Beginn der Rauhnächte neue Visionen weben und sie in die Welt bringen. Ich mache das in diesem Jahr gemeinsam mit Hunderten von Frauen in der neu gegründeten Weisheitsschule von Awakening Women. Ich freue mich darauf!

Was wartet 2021 auf mich?

Mein Motto für das neue Jahr ist: Sichtbar werden. All die kleinen und großen Erfolge aus diesem Jahr werde ich weiterführen und mit Mut an das Thema Sichbarkeit gehen. Sichtbar in den sozialen Medien, sichtbar mit neuen Online-Angeboten, sichtbar mit meinem Wissen zu weiblicher Spiritualität.

  • Ich werde einmal im Monat einen Tempelabend für Frauen anbieten; einen wunderbaren Raum habe ich gefunden bei der Wegbleiterin Janine Bensmann
  • Ich möchte auf meiner Blogseite in Facebook einen lebendigen Austausch für Frauen bieten, die sich für das Thema interessieren
  • Ich werde mich ausprobieren mit Storys auf Instagramm und eigenen Videos auf Facebook
  • Ich möchte bis zum Jahresende ein Online-Angebot für Frauen entwickelt haben; Thema Veränderungen, Selbstermächtigung, o.ä.
  • Ein Newsletter o.ä. soll auf Neuigkeiten und meine Blogartikel hinweisen
  • Ich werde mindestens ein Seminar, das ich bisher in Präsenz biete, online übertragen und anbieten
  • Ich werde ganz oft zu meiner Tochter nach Berlin fahren und viel Zeit mit ihr und dem Baby verbringen
  • Ich werde die Female Leadership Fortbildung in 2021 Jahr beenden und in der Weisheitsschule den Weisheitsweg der Frauen weiter erforschen
  • Ich werde weniger wandern und viel viel Radfahren – für den Winter habe ich mir bereits beheizbare Schuheinlagen besorgt

Dieser Jahresrückblick wird bis Mitte Januar noch hier und da ergänzt mit Text, Fotos und Struktur.