5 Ultimative Tipps für dich, wie du garantiert jede Veränderung blockierst

von | 14 Okt 2021 | 0 Kommentare

Widerstand ist eine wunderbare Methode, um Veränderungen abzublocken. Du kannst mit Ignoranz reagieren, all deine Glaubenssätze aktivieren, andere zur Verantwortung ziehen, emotional ausrasten, Vorwürfe machen, Widerstands-Verbündete suchen und jede Unterstützung rigoros ablehnen. Ich zeige dir in meinem Blogbeitrag ultimative Tipps, wie du garantiert jede Veränderung blockierst.

Tipp#1: „Das ist nicht wahr!“- Ignoriere konstant jede Veränderungs-Botschaft

Sobald du mit der Veränderung konfrontiert wirst, die Botschaft zum ersten Mal hörst, ignoriere sie. Dein Chef, deine Freundin, dein Mann beispielsweise will dich informieren, dass etwas in der Zukunft nicht mehr so sein wird, wie du es erwartest oder wünscht. Sage STOP, gehe aus dem Raum oder halte dir die Ohren zu und singe dazu “lalalalalala”. Tue einfach so, als wenn das, was du nicht willst, einfach nicht passiert.

Manchmal will unser Selbst uns austricksen und dann ploppt in unserem Denken hin und wieder der Wunsch nach Veränderung auf. Das kannst du wunderbar ignorieren, indem du kompensierst. Fernsehen, Wein, Schokolade, Shopping – das sind hilfreiche Mittel, die dich ablenken und gleichzeitig trösten.

Tipp #2: „Das ist falsch!“ – Aktiviere all deine Glaubenssätze

Mache deinem Gegenüber unmissverständlich klar, wie die Dinge zu laufen haben und wie es richtig und gut ist. Fokussiere deinen ganzen Ärger und haue so richtig auf den Tisch. In dieser Phase ist es unbedingt notwendig, viele Vorwürfe zu machen und deinen Gegner unmissverständlich darüber aufzuklären, dass es so nicht funktioniert und alles gefälligst so weiterläuft wie bisher. Es ist ebenso wichtig mit deiner ganzen emotionalen Intelligenz alle Gefühle auf einmal in ganzer Breite und Tiefe zu fühlen und zu zeigen. Weinen, Schreien, Brüllen, Kreischen, Wimmern – lass es grenzenlos fließen.

Sollte dein Selbst die Veränderung wollen, konzentriere dich auf deine Schwächen und denke problemorientiert. Übertreibe unbedingt die Risiken und dokumentiere all das Negative in einer langen Liste. Ganz wichtig: Vermeide unbedingt danach einen Realitätscheck! Das würde nur dazu führen, dass du plötzlich mit Chancen und Stärken konfrontiert bist. Das wäre fatal.

Tipp #3: “Ja, aber …” – Verändern sollen sich bitteschön erstmal die Anderen

Wenn dein Gegenüber partout seinen Veränderungswunsch nicht aufgeben will und dich immer wieder damit nervt, hilft der Gegenangriff. Gehe zum Schein auf seinen Wunsch ein und tue so, als wenn du alles Erdenkliche erledigst, dich bemühst, so richtig ins Zeug legst und es einfach nicht gelingen will.  Dann ist der richtige Zeitpunkt, zu verdeutlichen, dass mit der Veränderung was nicht stimmt kann. Die „Ja, aber …“ –Schleife kann du auflegen wie eine Schallplatte, die einen Sprung hat. Dein Motto: „Ich will ja wohl, aber es funktioniert nicht, weil …“

Hier findest du einige Argumente, die du dir zurechtlegen kannst:
  • „das ist ja alles ganz wichtig, aber bei uns können wir diese Maßnahme nicht umsetzen, weil…“
  • „in der Abteilung haben wir nun alles versucht, um den Anforderungen gerecht zu werden, allerdings funktioniert es bei uns speziell nicht, weil …“
  • „ich würde das ja liebend gern machen, aber ich brauche erst dieses und jenes, um überhaupt damit anfangen zu können“
  • „deine Veränderungswünsche für die neue Wohnung finde ich richtig gut, ich habe auch schon eine Idee, wie du dir mit etwas handwerklichem Geschick eine einen richtig guten Raum gestalten kannst.“

Damit die Angelegenheit endlich vom Tisch und das Problem aus dem Weg ist, bieten sich schnelle ad-hoc-Lösungen an. Nimm dir dabei auf jeden Fall zu viel auf einmal vor. Das Ziel ist dabei, so richtig in die Frustration zu kommen und jede Einsicht zu vermeiden. Du kannst auch an ganz anderen Stellen etwas verändern oder unbedeutende Dinge tun und damit beweisen, dass die Veränderung garantiert ein Flop ist. Lauf wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Abteilungen, führe schnelle Entscheidungen herbei und verfalle in Aktionismus.

Tipp #4: “Ich bin dagegen!” – Bleib bei deinem Widerstand und nimm auf keinen Fall Unterstützung an

Verbitte dir vor allem in dieser Phase jegliche Hilfe und Unterstützung. Und zwar von Niemandem! Deinen aufkommenden Frust kannst du wunderbar mit verschiedenen Methoden von Widerstand feiern. Den Chef vor dem Team ins Lächerliche ziehen, dich mit anderen gegen die Maßnahmen verbünden, krankfeiern, über die Kollegen lästern, die die Veränderung mittragen und immer wieder lauthals die Sinnlosigkeit des Ganzen verkünden.

Sollte dein Selbst die Veränderung in dein Bewusstsein drängen wollen, kannst du ihm mitteilen, dass du erst diese Fortbildung und jenen Was-bin-ich-Schein machen musst, die Kinder erstmal aus dem Haus müssen oder du zu alt für dieses Projekt bist. Ganz ausgezeichnet funktioniert hier die Opferrolle: „Ich würde mich so gern verändern, aber es geht ja nicht, weil die Kinder noch klein sind, weil ich zu alt bin, weil ich zu klein, zu groß, zu dick, zu quadratisch oder zu schwach bin.“

Mache eine Liste mit Problemen, die auftauchen könnten oder entwerfe Katastrophenszenarien. Suche Zuflucht in Erinnerungen: „Damals war alles viel besser.“

Tipp #5: “Ich weiß gar nicht, wie?” – Achte auf den Tiefpunkt kurz vor der emotionalen Akzeptanz

In dieser Phase bist du kurz davor, deinen Widerstand gegen die Veränderung aufzugeben. Sehr sehr kritischer Moment. Denn du verlierst nach und nach dein emotionales Statement und hast nur noch wenig Reserven. Die Einsicht, dass die Veränderung vielleicht auch in dir stattfinden könnte, ist so gewaltig, dass dir die Ablehnung immer schwerer fällt.  Auf der anderen Seite weißt du überhaupt nicht, wie du diesen ganzen Veränderungsmist bewältigen sollst.

Es ist hier wichtig, zumindest nach außen, den Blick nicht in die Zukunft zu wenden und das Alte um jeden Preis zu bewahren. Lass dich nicht in die Irre führen, wenn man dir Hilfe, Tools und Unterstützung anbietet. Sei misstrauisch und bleibe bei deinen Strategien.

Ob bei Veränderungen, die von außen an dich herangetragen werden oder die dein Selbst dir auftischen will: Auf keinen Fall darfst du auf mögliche innere Stimmen in dir hören. Auch wie sich die Situation in deinem Körper anfühlt, solltest du tunlichst ignorieren. Unterdrücke alle Gefühle in dir! Vor allem frage dich nicht, was du in der Situation brauchst. Denn all diese Stimmen, Fragen und Empfindungen würden deinen Widerstand brechen und eh du dich versiehst, bist du mittendrin im Veränderungsprozess. Und das will ja kein Mensch!

Auflösung: “Man könnte es ja mal versuchen …” – Die Ironie der Geschichte

Ich hoffe, du konntest herzlich lachen. Ich habe beim Schreiben amüsiert geschmunzelt. In meinen Change-Seminaren leite ich das Thema Widerstand meist mit einem paradoxen Impuls an: „Stellen Sie sich vor, Ihre Mitarbeiter sind im Widerstand und Ihre einzige Aufgabe besteht darin, diesen Widerstand zu verstärken. Fahren Sie den Karren so richtig in den Dreck. Was müssten Sie tun oder sagen, wie müssten Sie sich verhalten, damit die Widerstand-Situation noch schlimmer wird?“ Erst sind die Teilnehmer:innen irritiert, dann nehmen Sie es sportlich und übertrumpfen sich gegenseitig mit viel Humor und am Ende steht tatsächlich ein beträchtlicher Erkenntnisgewinn an, wenn Sie meine abschließende Frage hören: „Was müssten Sie stattdessen tun, um dem Widerstand zu begegnen?“  Eine sehr schöne Übung wie ich finde.

Wie kannst denn nun dein Veränderungsprozess gelingen?

  • Wenn du wissen, möchtest wie du stattdessen sicher in die emotionale Akzeptanz von Veränderung kommst, dann ließ hier meinen Beitrag.
  • Auch meinen Beitrag über persönliche Entwicklung kann ich dir ans Herz legen. Da beschreibe ich, woran du erkennen kannst, wann es Zeit wird für deinen inneren Wandel und wie du einen guten Anfang für deine persönliche Veränderung findest.
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Michaela Arlinghaus

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Bloggen – meine neue Leidenschaft

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