In meinen Seminaren begegnet mir immer wieder die Haltung, dass Gefühle etwas ganz Persönliches sind und die meisten Menschen nichts angehen. Gefühle zeigen wir nur im ganz nahen Umfeld, unter engen Freunden, dem Partner gegenüber oder in der Familie. Meine Gefühle gehen dich nichts an?! Mit diesem Glaubenssatz möchte ich einmal aufräumen. Im Blogbeitrag nenne ich dir mögliche Gründe für diese Einstellung und zeige dir auf der anderen Seite, dass es für dich und dein soziales Miteinander einen echten Gewinn bedeutet, wenn du deine Gefühle zeigst.

Du möchtest dich vor Angriffen schützen?

“Wenn ich Gefühle ausdrücke, mache ich mich angreifbar.” – Das ist ein sehr häufiger Grund, warum Menschen sich scheuen, Gefühle zu zeigen. Selbstschutz ist dabei ein wichtiges Bedürfnis. Natürlich kann es wichtig sein, sich in Situationen oder Beziehungen, die einem nicht guttun, zu schützen. Dann hat Selbstschutz einen notwendigen Stellenwert. Ich meine hier allerdings eine eher generelle Haltung im Alltag. Du zeigst deine Gefühle nicht, weil du Angst hast, dass dein Umfeld dich später darauf anspricht, deine vermeintliche Schwäche in den Vordergrund stellt, sich über dich lustig macht oder dich abwertet. Vielleicht hast du in der frühen Vergangenheit allzu häufig erlebt, dass dir Zuneigung entzogen wurde, wenn du Gefühle äußerst. Mit der Zeit hast du dich immer weniger getraut, dich fühlend zu zeigen. Um dich zu schützen, behältst du nun deine Gefühle für dich. So hast du dich und die Situation im Griff, kommst souverän rüber, vermeidest Ablehnung und Geringschätzung.

Du findest, Gefühle sind Privatsache?

Du gehörst zum Typ Mensch, für den Gefühle nicht so wichtig sind. Gerade im Beruf nervt es dich oft, wenn immer wieder von Gefühlen die Rede ist. Gefühle sind für dich reine Privatsache und gehören mindestens nicht in den beruflichen Alltag. Eine gesunde Distanz ist dir wichtig. Der persönliche Austausch wird deiner Ansicht nach überbewertet. Wenn die Kollegin sich durch deine Art mal wieder auf den Schlips getreten fühlt, fehlt dir wirklich das Verständnis. Geht es dir mal nicht gut, ziehst du dich zurück in dein Schneckenhaus und wartest, bis es vorbei ist. Ein bisschen Ablenkung hilft meist auch. Gern vergräbst du dich in deine Arbeit. Entscheidungen machst du ebenfalls mit dir alleine aus. Schließlich musst du dir erst sicher sein, bevor du deinen Job kündigst oder die Scheidung einreichst.

Du weißt gar nicht recht, was du fühlst?

Du hast ein Leben lang deinen Schutzpanzer verstärkt, sodass du gar nicht benennen kannst, was du denn jetzt fühlst. Wenn du gefragt wirst, antwortest du statt mit: “Ich fühle mich…” mit “Mir geht es gut”/”Mir geht es schlecht”. Dir fehlt nicht nur der passende Gefühlsausdruck, sondern es fällt dir schwer, das Gefühl im Körper zu spüren. Damit fehlt dir ebenso der Signalgeber für das, was du brauchst. Im Alltag bewegst du dich eher im Mittelfeld der Harmonie. Du bist sehr beliebt im sozialen Umfeld und kannst dich gut anpassen an Menschen und Situationen. In Krisen finden du schnell einen Weg, eine Lösung und kommst ins Tun. Allerdings kann es sein, dass dein Körper dich irgendwann z.B. psychosomatisch aufmerksam macht auf das, was nicht in Ordnung ist. Erst nach einer sehr tiefen Krise fragst du dich, was fühle ich und was brauche ich im Leben.

Du denkst, wenn er dich lieben würde, wüsste er, was du fühlst?

Langjährige Verbindungen und Harmonie sind dir wichtig. Du interessierst dich sehr für deine Mitmenschen, bist in Freundschaften gern gesehen und empfindest dich als äußerst empathisch. Andere könnten über dich sagen, du bist ein emotionaler Mensch.  Die Kehrseite daran ist, dass du ständig grübelst über Situationen, Menschen und Verhaltensweisen. Du bist schnell darin, deine Gefühle zu spüren und zu offenbaren. Manchmal kannst du dich darin verlieren. Es fällt dir schwer, dich zu beruhigen oder eine beobachtende Rolle einzunehmen, um Situationen zu reflektieren. Das kann dein Gegenüber manchmal überfordern und führt mitunter dazu, dass du deine Äußerungen kontrollierst und als stille Erwartungen weiter an den anderen richtest. Das führt zu der Annahme: „Wenn du mich lieben (mögen) würdest, dann wüsstest du, dass …“ und lässt sich nicht nur auf Beziehungen übertragen. Auch im Job fällt es dir schwer, auszudrücken, was du willst, brauchst, dir wünschst. Stattdessen denkst du: “Meine Chefin/Kollegin kennt mich nun lange genug, eigentlich müsste sie wissen, dass …” Stille Erwartungen.

Für dich habe ich ein super Angebot. Für mich? Ja, für dich! Am Montag dem 4.7.22 beginnt mein kostenfreier 4-Wochen-Online-Kurs, in dem du lernst, deine Gefühle und Bedürfnisse besser zu verstehen und mehr emotionale Balance gewinnst. Das Angebot richtet sich an Frauen, die aus ihren angepassten Lebensentwürfen herausgewachsen sind und auf der Suche nach ihren wahren Wünschen sind.

Sag JA zu dir! Mache deine Gefühle zu Botschafter für deine Bedürfnisse.

Frau an Häuserwand

Lass uns gemeinsam auf die Reise zu deinen Gefühlen gehen. Ich freue mich auf dich!

Gefühle zeigen ist sehr wichtig – beruflich wie privat!

Jede Situation in unserem Leben ist verbunden mit einem Gefühl. Häufig ist uns dies gar nicht bewusst. Das Gehirn verknüpft alles Erleben zu einem immer größer werdenden Erfahrungsgedächtnis. Im Alltag helfen Gefühle dabei, sich zu orientieren, Situationen zu bewerten und Entscheidungen zu treffen. Je mehr Erfahrungen, desto differenzierter wird unser Bewertungssystem. Gefühle sind der Schlüssel zu dem, was wir brauchen und äußern, was jetzt gerade in mir vorgeht, was ich mag und was ich nicht mag.

Wichtige Funktionen von Gefühlen
  • Gefühle weisen mich auf das hin, was ich jetzt brauche (meine Bedürfnisse)
  • Gefühle stärken meine Beziehungsfähigkeit
  • Gefühle bringen mich in meine Kraft zu handeln
  • Gefühle sind die Sprache des Körpers und verbinden mich mit meinem inneren Wesenskern
  • Gefühle an sich sind frei von Bewertungen
  • Gefühle fühlen macht uns widerstandsfähig, spontan ausgedrückt beruhigen sie uns
  • Gefühle übernehmen Selbstverantwortung

Gefühle fühlen schafft Vertrauen, Nähe und Glaubwürdigkeit

Gefühle zu zeigen bedeutet dabei nicht munter durch die Abteilungen und Freundeskreise zu wandern und den Kolleg:innen, Vorgesetzten, Familienmitgliedern und Freunden deine Gefühle vor die Füße zu kippen im Sinne von „Ich zeige doch nur meine Gefühle“. Und es geht ebenso wenig darum, jeden cholerischen Wutanfall meiner Partnerin zu erdulden. Es ist wichtig, eine emotionale Balance zu finden und vor allem zwischen Gefühlen und Emotionen zu unterscheiden.

Es geht darum, Gefühle in mir wieder zu fühlen, anzuerkennen und auszudrücken und ebenso einen Umgang mit den Gefühlen anderer Menschen zu finden. Das gilt für mein Privatleben ebenso wie im Job.

Ich bin davon überzeugt, dass wir in unserem Leben mehr Empathie, Anerkennung und Wertschätzung kultivieren sollten. Fühlen ist ebenso wichtig ist wie Denken und Handeln. Es ist wichtig, dass wir wissen, wie es unseren Mitmenschen wirklich geht, dass Gefühle wie Verletzlichkeit, Unsicherheit, Überforderung wieder Raum bekommen dürfen. Das hat nicht nur auf der Ebene der Zusammenarbeit und des Miteinanders einen positiven Einfluss. Es führt auch im Menschen selbst zu mehr Vertrauen, Integrität, Glaubwürdigkeit sowie zu mehr Nähe und tiefe Begegnungen mit anderen.

Du hast kein Bock mehr auf Anpassung, emotionale Überreaktionen, stille Erwartungen und unerfüllte Bedürfnisse? Dann komm in meinen kostenlosen 4-Wochen-Online-Kurs

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