Monatsrückblick Juli/August: Online-Kurs, meine 85-jährige Hüfte und Selbstregulation als Priorität

von | 2 Sep 2022 | 0 Kommentare

Die Monate Juli und August waren ein bisschen wie Berg und Tal: Im Juli begleitete ich meine Teilnehmerinnen auf ihrer emotionalen Reise und verkaufte am Ende kein Coaching-Paket. Mitte Juli begannen meine Schmerzen im Bein, was in Folge dazu führte, dass ich aktuell eine maximale Gehstrecke von etwa 30 Metern bewältige. Im August wechselte ich mein Theme zu Divi, was in den nächsten Wochen noch etwas Nacharbeit bedeutet. Für meinen ersten Online-Kurs habe ich unglaublich viel gepostet und im August war ich null sichtbar, weil ich keine Blogbeiträge, Newsletter oder Postings schrieb. Kurzum, ich war insbesondere im August ausschließlich mit mir selbst beschäftigt. Viel innere Arbeit und ein stetes Ringen um Selbstregulation. In meinem Monatsrückblick Juli/August feiere ich berufliche Fortschritte und zeige dir ebenso meine ganz persönlichen Herausforderungen.

Mein erster Online-Kurs brachte für alle tiefe Erkenntnisse

Im Juli beschäftigte mich gefühlt nur eine einzige Sache: Mein Online-Kurs „Sag JA zu dir! Mache deine Gefühle zu Botschaftern für deine Bedürfnisse“. Ich hatte den 4-Wochen-Betakurs ohne Begleitprogramm auf die Beine gestellt. Lediglich ein Selbstlernkurs von ShePreneur half mir, die einzelnen Schritte durchzuführen. Außerdem war meine Blogger-Mentorin Judith Peters stets an meiner Seite, beantwortete meine Fragen, bestärkte mich in meiner Unsicherheit und schenkte mir wertvolle Impulse. Ohne Judith hätte ich im April nicht mal eine Deadline für meinen Kurs gesetzt. Eine Begleitung durch eine erfahrene Mentorin ist für mich am Ende doch mehr wert als ein Selbstlernkurs.

Was ist Erfolg?

30 Frauen hatten sich angemeldet, 22 Frauen kamen in die Facebook-Gruppe und etwa zehn Frauen engagierten sich mit Kommentaren, Likes und Fragen. Insgesamt kamen in meine wöchentlichen Live-Runden 1-4 Frauen und maximal neun Frauen schenkten mir ihr Feedback zu den Inhalten. In einem meiner Newsletter schrieb ich darüber, was eigentlich Erfolg ist? Wenn 100 oder 200 Frauen teilnehmen, wenn im Upsell mindestens drei Prozent der Frauen mein Coaching-Paket kaufen? Nein!

Viel positives Feedback

Für mich war mein erster Online-Kurs ein erfolgreiches Experiment. Ich habe wertvolles Feedback erhalten und viele anerkennende Rückmeldungen zu meinen Inhalten bekommen. Ich weiß nun, dass das Thema Emotionale Kompetenz für Frauen relevant ist, dass es hilfreich ist, die kognitive und körperliche Ebene als Lernkanal zu etablieren sowie miteinander zu verbinden und dass ich auch mit kurzen Coaching-Impulsen bei den Frauen eine große Reflexionstiefe erreichen kann.

Über die detaillierte Auswertung und der eigenen Learnings werde ich sicher in einem weiteren Blogbeitrag schreiben. Hier einige Kommentare und Feedbacks:

 „Ich danke dir sehr für diesen wunderbaren Kurs, der für mich sehr wertvoll ist. Ich habe schon sehr viel gelernt und bin gespannt, wie es weitergeht. Deine Art, die Inhalte, deine Übungen und Kursunterlagen sind sehr gut aufeinander abgestimmt und von hoher Qualität. Ich bin sehr dankbar, in den Genuss deines Betakurses zu kommen.“

 

„Deine wunderbare Art der Vermittlung. Deine Sanftheit, dein Zuhören, deine schöne Stimme und überhaupt, wie du das so machst. Großes Lob! Die Module bauen sinnvoll aufeinander auf und deine Workbooks sind eine absolute Bereicherung, die ich noch oft zur Hand nehmen werde. Danke dafür!“

 

„Mir hat der Kurs geholfen, meine Gefühle, Emotionen, Werte zu benennen und zu verstehen. Ich habe Strategien, Körperübungen, Meditationen an die Hand bekommen. Michaela hat eine sehr angenehme Art und hält den Raum, so dass ich mich sicher fühle. Sie beantwortet jede Frage und lässt niemanden einfach stehen im Prozess! Wenn du dich besser kennenlernen möchtest, dann kann ich dir den Kurs sehr empfehlen.“

Meine Hüfte sagt Tschüss

Anfang März bemerkte ich das erste Mal, dass ich kaum noch gehen kann. Das warf mich ziemlich aus der Bahn. Die Spazierrunden, Gänge in den Wald oder in die Natur, die ich so sehr im Alltag zum Ausgleich benötige, waren nicht mehr möglich. Der Arzt untersuchte mich nicht gründlich, schob es auf den altbekannten Wirbelsäulen-Befund und verschrieb mir Krankengymnastik.

Sehr eifrig und absolut diszipliniert machte ich meine Übungen und kam nach mehr als zwei Monaten von nicht mal 10 Minuten auf wieder maximal 90 Minuten Gehstrecke mit Pausen.

Hüftdysplasie im Endstadium

Ich war sehr selig. Allerdings waren noch nicht alle Beschwerden weg, sodass ich im Fitness-Center nun ein sportliches Programm mit dem eigenen Körpergewicht absolvierte. In meinem Wahn bemerkte ich nicht, dass ich in den Schmerz trainierte. Anfang Juli wurde es schlimmer, Mitte Juli konnte ich wieder gar nicht gehen. Meine aktuelle Gehstrecke liegt jetzt bei 30 Metern und 20 Kilometer schaffe ich mit dem E-Bike mit Pause.

Die nächsten Untersuchungen brachten Aufschluss: Hüftdysplasie im Endstadium. „Ihre Hüfte ist 25 Jahre älter als Sie“, so die Aussage des Orthopäden.

Inzwischen bin ich krankgeschrieben und werde Ende September operiert, danach geht es in die Reha. Das Jahr ist gelaufen, Kunden- und Trainingstermine musste ich absagen. Länger gehen oder stehen geht nicht.

Vor Jahren folgte ich einem Schreibimpuls aus dem Buch Federleicht. Die kreative Schreibwerkstatt  von Barbara Pachli-Eberhart. Ich führte ein Gespräch mit meinem Hüftgelenk. Hier ein Auszug:

Mein Hüftgelenk: „Das richtige Maß ist wichtig, du darfst mich nicht überlasten, die umliegenden Notaggregaten können nicht ständig über ihre Kräfte gehen – es dauert immer länger, bis die wieder ihren normalen Dienst antreten und wirklich wieder einsatzfähig sind. Manchmal habe ich tagelang Ausfälle und muss den normalen Betrieb nur mit der Hälfte des Teams stemmen. Das geht so nicht!“

 

Ich: „Was soll ich denn deiner Meinung nach tun? Mir bleibt doch gar nichts anderes übrig, dann musst du eben dafür sorgen, dass das Unterstützer-Team schneller wieder fit ist!“

 

Mein Hüftgelenk: „Wie bitteschön soll das gehen. Du kannst Unterstützer nicht nur ausbeuten, auslaugen und ausnutzen. Du musst ihnen auch das Gefühl geben, dass du sie wertschätzt und etwas für sie tust, anerkennst, dass sie sich so anstrengen“

 

Ich: „Oh, man eh. Ich will einfach, dass alles funktioniert, will mir nicht diese Gedanken machen müssen. Sie sind ja da, um zu funktionieren.“

 

Mein Hüftgelenk: „Neee,ne, so nicht. Da kannst du schön nochmal drüber nachdenken. Vorher machen wir gar nichts mehr und wenn du nicht auf uns hörst, dann wirst du schon sehen, was du davon hast.“

Ich fand diesen Dialog nicht nur unterhaltsam, sondern er führte mir auch vor Augen, dass ich mit Tun, Machen, Action meine angeschlagene Hüfte gern ignorierte und nur wollte, dass sie wieder funktionierte. Am Ende hat sie vermutlich so lange funktioniert, weil ich mit den Übungen immer dranblieb und mit den Jahren ein verlässliches Körpergefühl entwickelte.

Urlaub zu Hause: der Versuch der Selbstregulation

Da ich mich voll auf den Upsell meines Kurses konzentrieren wollte, fuhr mein Lebenspartner allein in den Urlaub. Auch wenn ich kein Coaching-Programm verkauft habe, hätte ich sowieso nicht gekonnt in der aktuellen Situation.

Ich brauchte diese Zeit des Alleinseins so sehr! Die Schmerzen und die eingeschränkte Beweglichkeit ist sehr belastend. Viel schlimmer war für mich allerdings der mentale Einbruch, der sich nach dem Kurs-Ende verstärkte. Ich musste einen Weg finden, mit dieser Einschränkung umzugehen. Es war mir unmöglich, zur Tagesordnung überzugehen und mein Arbeitspensum zu bewältigen. Ich habe im August keinen einzigen Blogartikel, keinen Newsletter und keinen Post in den sozialen Medien geschrieben. Krass! So deutlich nahm ich wahr, wie auf einmal die Sichtweite rapide auf null geht. Auch mit diesem Druck wollte ich lernen umzugehen. Ich habe nicht mal Fotos gemacht, mein liebstes Hobby.

Einfach mal nichts machen, gar nicht so einfach!

Ich habe viel geschlafen und soweit das ging Übungen zur Stabilität gemacht sowie kleine Erledigungen und kurze Einkäufe in ganz kleinen Läden geschafft. Ich gönnte mir gutes Essen und stellte meine Ernährung außerdem um, damit sich die Entzündungen weiter reduzierten. Jeden Tag drehte ich eine Mini-Rad-Runde mit dem E-Bike, setzte mich hier und da auf eine Bank, schaute dem Treiben zu oder lauschte den Naturgeräuschen und schrieb in mein Tagebuch. Ich hatte sehr wenig Außenkontakte und nahm kaum Kundentermine wahr.

Mit der Immobilität kamen alte Muster wieder zum Vorschein, die ich eigentlich in Päckchen in einer innerlichen Ecke in mir gut verstaut hatte. Was soll ich sagen? Zum Vorschein kam eine ausgeprägte Krise, der ich mich gerade stelle. Auch das wird mich noch eine Weile beschäftigen.

Wie es in den Herbst weitergeht, kann ich noch nicht sagen. Ich will mir die Zeit nehmen, die es braucht. Gesundheit, Bewusstheit, Achtsamkeit sind mir meine wichtigsten Werte. Sicher werde ich in der nächsten Zeit insgesamt weniger schreiben und posten als in der ersten Hälfte des Jahres. Wir werden sehen.

Was sonst noch so los war

  • Mein Enkelsohn ist 1 Jahr alt geworden und für 10 Tage bekam ich Besuch aus Berlin von meiner Tochter und ihrem Sohn.
  • Coaching online und vor Ort (wo ich bis zur Türe mit dem Fahrrad hinkomme)
  • Mein Theme von Avada zu Divi gewechselt, da muss ich mich noch hineinfuchsen
  • Ich habe wieder Eichelhütchen bemalt, du siehst das Ergebnis im Beitragsbild
  • Ich habe 5 Bücher gelesen und etliche Podcasts gehört. Das für mich interessanteste Buch: Verena König: Bin ich traumatisiert. Wie wir die immer gleichen Problemschleifen verlassen. Darüber werde ich bald eine Rezension schreiben.
  • Ich lernte endlich einige Frauen aus der The Content Society per Zoom kennen, Bernadette Volbracht, Marion Hanekamp, Sabrina Besic. Es ist so spannend, welche wertvollen Talente wir in der Community haben.
  • Ich probierte Rezepte aus: fermentierte Kurkumapaste (du kannst dir nicht vorstellen, wo überall dieses Orange war und nicht mehr rausging), mein erstes Kimchi, das funktionierte und ich setzte aus Brombeeren einen Likör an. Außerdem sammelte ich Brennessel für Tee.

Dafür bin ich dankbar

  • Mit der neuen Hüfte besteht eine gute Aussicht auf stabile Mobilität
  • Wenn es mir nicht gut geht, hole ich mir Hilfe
  • Ich kenne meine Grenzen und achte sie
  • Ich finde Wege, mit dem Schmerz umzugehen
  • Mein sensibles Körpergefühl stärkt meine Wahrnehmung
  • Selbstfürsorge ist etwas, das ich lernen darf
  • Fast jeden Tag bin ich live mit meinem Enkelsohn und erlebe mit tiefer Freude, wie er wächst und gedeiht
  • Disziplin und Struktur sind in der Not auch Anker in meinem Alltag

 

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Michaela Arlinghaus

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Bloggen – meine neue Leidenschaft

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